Modelleisenbahnausstellung in Bad Homburg am 22. und 23. Oktober 2014

So weit war die Modulanlage der Sektion noch nie gereist. Exakt 1019 Kilometer zeigte die Tachonadel des gemieteten Kleintransporters an, nachdem das Abenteuer Bad Homburg nach vier Tagen beendet war. Doch der Reihe nach:

Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Furka-Bergstrecke hatte uns die IG Eisenbahn Bad Homburg v.d.H. e.V. zu Ihrer alljährlichen Eisenbahnausstellung eingeladen. Man hatte sich für dieses Jahr etwas ganz Besonderes vorgenommen und als Motto der Veranstaltung „Die Furka Bergstrecke in der Schweiz“ gewählt. So kam es, dass verschiedene Sektionen unseres Vereins zu dieser Ausstellung beigetragen haben, die zugleich die größte Furka Ausstellung außerhalb der Schweiz war.

Durch unsere Sektion war (nach wie üblich perfekter vorbereitender Planung durch unseren Chefanlagenarchitekten Bertram) der Abschnitt Realp – Tiefenbach in einer U – förmigen Anlage mit 13 Modulen inklusive zweier Kehrschleifen angeboten und für gut befunden worden.

Aufgrund der weiten Strecke gestaltete sich die Logistik schwieriger als sonst. Da am Freitag die frühe Abreise geplant war, um die Anlage nachmittags in Bad Homburg aufbauen zu können, erfolgte die Verladung der Anlage in den Transporter bereits am Donnerstagabend. Dort trafen sich die vier Hamburger Sektionsmitglieder am ZOB zur ungewöhnlich späten Stunde um 20:30 Uhr, um dem vor dieser Zeit zu großen Ansturm der Fernbusse zu entgehen.

Bad Homburg

Am Freitag konnte dann ohne Stau die Fahrt nach Bad Homburg und der Aufbau der Anlage erfolgen. Nach einer ersten Testfahrt und kleineren Ausbesserungsarbeiten ging man zusammen das wohlverdiente kleine Abendmahl einnehmen.

Neben den drei Anlagenbedienern Holger Schomaker, Bernd Reher und Bernd Fischer waren für die Sektion auch unser Präsident Ralf Hamann (der auch traditionell am Ein- und Ausladen am ZOB hilft) und Burkhard Rätzel mit seiner Frau Regina extra aus Büsum nach Bad Homburg angereist. Ralf, Burkhard und Regina reisten auf eigene Kosten an, da der Veranstalter schon die Kosten für den Transport und die drei zur Bedienung der Anlage nötigen Personen übernommen hatte.

Nach Öffnung der Ausstellung am Sonnabend herrschte reger Zugbetrieb zwischen Realp und Tiefenbach und die zahlreichen Besucher aller Altersklassen bestaunten besonders die Brückenbauwerke. Nicht nur zur Steffenbachbrücke wurden uns viele Fachfragen gestellt.

Bad Homburg

Burkhard, Ralf und Regina rührten kräftig die Werbetrommel für die Furka Bergstrecke. Viele Gespräche zu der Originalstrecke wurden geführt, Reisetipps gegeben und Prospektmaterial an Interessierte verteilt. Gezeigt wurden zudem auf einer großen Leinwand auch einige Filmaufnahmen, die Sektionsmitglieder am Jubiläumswochenende in Oberwald Mitte August gemacht hatten. Die Loks Nr. 1, BFD 3, 4 und 9 brachten die Leinwand ordentlich zum Dampfen.

Am Abend hatte der Veranstalter dann alle Aussteller zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen und anschließend folgte ein gemeinsamer Rundgang. Dabei hatte jede Sektion die Möglichkeit, den anderen Ausstellern ihre Ausstellungsstücke in aller Ruhe vorzuführen und Kontakte untereinander zu knüpfen.

Besonders beeindruckten uns zwei Exponate aus der Schweiz, die etwa gleich weit gereist waren wie unsere Modulanlage: eine Nachbildung im Maßstab 1:5 (!) der Dampflok BFD 3, die sonst auf einer Außenanlage bei Zürich unter Dampf steht. Diese Lok war erstmals außerhalb der Schweiz zu sehen!

Bad Homburg

Zudem war da die großartige Modulanlage von Willy Rutz aus Winterthur. Diese Anlage besticht durch Ihre exakt maßstäbliche Umsetzung des gesamten Bahnhofes von Gletsch sowie der Zufahrten. Diese Segmentanlage war auch schon auf vielen Großveranstaltungen wie der Messe „Intermodellbau“ in Dortmund zu sehen.

Bad Homburg

Faszinierend auch die Exponate der Sektion NRW, die ihr funktionsfähiges Großmodell der Steffenbachbrücke und des Bahnüberganges in Oberwald mit der hydraulisch versenkbaren Zahnstange zeigte.

Bad Homburg

Auch am Sonntag nahm unsere Anlage wieder zuverlässig von 10 bis 18 Uhr volle Fahrt auf und bewährte sich im Dauerbetrieb. Auch einige überraschende Ladegüter wurden sicher transportiert….

Bad Homburg

Mit vereinten Kräften ging auch am Abend der Abbau unserer Modulanlage zügig voran. Bei einer Hopfenkaltschale wurde dann noch mit einigen an der Ausstellung beteiligten Modellbahnern gefachsimpelt.

Nach einem kurzen Frühstück und einer Kurzbesichtigung des Vereinsheimes und der dortigen Segmentanlage des Veranstalters machten wir uns wieder auf den Heimweg nach Hamburg. Gegen 15:30 Uhr war auch die Anlage wieder sicher im Keller des ZOB verstaut.

Bad Homburg

Was bleibt sind viele Eindrücke, vertiefte Kontakte zu den Sektionen NRW und Rhein-Main und die Gewissheit, dass mehr als 1.000 Besucher an den beiden Ausstellungstagen beeindruckt waren von unserer schönen Furka-Bergstrecke und wir dafür ordentlich Werbung machen konnten. Die Ausstellung sorgte am Tag danach in der Frankfurter und Bad Homburger Lokalpresse für Aufmerksamkeit und auch unsere Anlage wurde teilweise bebildert als ein absolutes Highlight erwähnt. Es bleibt auch unser Dank an den Veranstalter für die Organisation dieser rundum gelungenen Veranstaltung. Der Veranstalter gab dem Verein Furka-Bergstrecke eine einmalige Gelegenheit sich zu präsentieren. Wir fühlten uns zudem während der ganzen Zeit sehr gut betreut und versorgt. Das Erlebnis werden wir so schnell sicherlich nicht vergessen.

(Photos/Text Bernd Fischer)